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Die Gedanken sind frei || So geht Gleichberechtigung

25. November 2020

Ich bin stolz darauf

Ich bin so stolz darauf. Ich freue mich jedes Mal wenn ich daran denke.
So geht Gleichberechtigung.

Ein sicherlich diskutabler Text, der bestimmt noch nicht zu Ende gedacht ist. Zu groß und umfassend ist das Thema. Aber ich muss es aufschreiben und ich bin unglaublich gespannt, was ihr dazu sagt und denkt.

Mein Geburtstag

Als ich meinen 40. feierte sagte ich zu meiner ältesten Freundin, dass ich es spannend finde, dass ihr Sohn und gleichnamiger Sohn von Freunden, eher die sensiblen und zarten sind und die jeweiligen Schwestern, obwohl um einiges jünger, die robusten, straighten und krassen Mädels. Das was man heutzutage als Girlboss bezeichnen würde.
Kommt das davon, dass die Mädels die Zweitgeborenen sind und sich immer gegen den älteren Bruder durchsetzen müssen oder liegt es an der Erziehung?

Dann fiel mir auf, dass mein ganzer Freundeskreis ähnlich aufgebaut ist.
Alle Paare sind sehr gleichberechtigt mit sehr starken Frauen, die meist sogar diejenigen sind, die das Geld nach hause bringen oder zumindest ähnlich viel, wie der Mann. Oder sie eigentlich den ganzen Familienbetrieb am Laufen halten, weil die Umstände es gerade nicht erlauben einem anderen Job nachzugehen.

Nur Frauen mit Doktortitel

In meinem Freundeskreis sah ich, als ich mich auf meiner Party umschaute, gibt es nur Frauen mit Doktortitel. Und gleich 5 oder 6 an der Zahl. Und keinen Mann.
Allerdings gibt es einige Männer (zum Beispiel mein eigener), die eine Dissertation angefangen, aber nicht zu Ende geführt haben. Sie brauchen den Titel nicht fürs Ego und weil sie einfach so schon gute Jobs bekommen und es deswegen einfach gelassen haben.

Der Traum von Gleichberechtigung in der Partnerschaft

Gibt es sie (freudscher Versprecher) doch? Den Traum von Gleichberechtigung?
Wir alle haben starke Männer, die selbst Träume haben und uns bei unseren Träumen und Visionen sehr unterstützen. Wie auch im Alltag mit oder ohne Kinder.
Ja, die Kinderbetreuung bleibt trotzdem zum Großteil an uns Frauen hängen. Fakt.

Das uns, also den Frauen, die Kinder oft die Karriere gekostet haben. Auch Fakt.
Aber das sind die äußeren, schlechten Gesellschaftlichen Umstände.

Unsere Männer, sehen was wir tun, sehen uns. Als gleichberechtigten Partner.

In diesem Moment war ich noch stolzer und glücklicher über meinen Freundeskreis und wusste einmal mehr, dass es die richtigen Menschen sind, die mich umgeben.

Und als ich in dem Buch, was ich geschenkt bekam las, dass eine Freundin über mich schrieb, ich sei ein Girlboss vor der Erfindung dieses Wortes gewesen, machte mich das auch ein wenig stolz und machte mir vor allem Mut für all das was da noch kommen mag.

Klappe halten

Eine weitere Überlegung, die sich anschloss war die, dass wir Frauen gelernt haben unsere Klappe zu halten.
So wie eine alte Chefin mal zu mir sagte ( und das als Frau): Ne, ich stelle nicht gerne Frauen ein. Frauen haben immer eine Meinung.
Wow, dachte ich mir da. Seriously???
Lieber Männer, die dir nach dem Mund reden und nur an ihrem eigenen Machtausbau interessiert sind?
You get what you deserve, dachte ich mir.

Ja, es gibt Frauen, die sich trauen ihre Meinung zu äussern. Man kann froh sein, wenn man solche findet, die dann auch noch bei einem arbeiten wollen. Denn damit ist man in der Regel ziemlich gut und ehrlich dran.
Denn meistens ist von uns ja von klein auf verlangt worden, lieb und süss zu sein. Aber trotzdem immer die Zähne zusammen zu beissen und uns nichts anmerken zu lassen. Auch wenns weh tut.

Deswegen machen wir auch kein Aufhebens darum, wenn wir schwanger sind. Obwohl das echt ne krasse Sache ist. Wir gebähren Kinder. Und ich sage euch, dass ist noch ne Nummer krasser. Aber was am heftigsten ist, die Kinder gross zu ziehen (sage ich mit einem einjährigen Sohn ;-)). Mit all den Sorgen, der Liebe, der Verantwortung. Mit Job, Haushalt und im besten Fall mit Mann (oder Frau natürlich).
Aber wehe, der Mann hat mal nen Schnupfen… ;-)

Deswegen machen wir auch kein Aufhebens darum, wenn wir etwas bewegt haben, wenn wir etwas Großes geleistet haben, wenn mal wieder unsere Ideen als die eines Chefs verkauft wurden. Wir halten schön die Klappe. Wir sind ja nicht so wichtig. Wichtig ist die Firma, die damit voran gebracht wird.
Denkt der Chef aber nicht. Der lacht sich ins Fäustchen, weil er wieder nicht selbst nachdenken musste und trotzdem Ansehen bekommen hat.

Einfach mal die Klappe aufreißen

Vielleicht sollten wir alle mal ein bisschen lauter sein, Aufhebens um das machen, was wir da alles tun und fertig bringen.
Uns lauthals beklagen ( nicht nur unter der Geburt) und auch mal jammern.
Vielleicht werden wir ja dann besser gehört.

Ein Glück haben ich und meine Freunde starke Mütter und starke Väter, die uns zu meinungsstarken, gleichberechtigten Wesen erzogen haben. Frauen wie Männer.
( Auch wenn meine Mutter mittlerweile sagt, ich solle mich bei einigen Dingen etwas bedeckter halten, ihr habe das auch eher nichts gebracht, im Gegenteil). Aber im Grunde weiß ich, dass sie es gut findet, dass ich eine starke, eigenständige Frau geworden bin, die sich nicht alles gefallen lässt.

Wie seht ihr das?
Lebe ich in einer Blase oder wollen viele gar nicht, dass der Mann den Haushalt schmeißt, sich um die Kinder kümmert und die Familie bei ihm an erster Stelle steht? Lieber den starken Mann, der viel Geld nach Hause bringt?

Ich bin gespannt auf eure Antworten/Diskussionen/Kritiken.

Peace,
D-Nice

P.S. Hier geht es zu meinem ersten Text zum Thema ‚die Gedanken sind frei‘

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