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Was ist HypnoBirthing und hilft es?

8. März 2019

Hypnobirthing – Hype oder Trend?

Liegt es an der selektiven Wahrnehmung oder spricht gerade alle Welt von Hypno Birthing? Zumindest, die die sich in der Schwangerschafts-Welt bewegen.
Doch ist es ein Hype, der viel verspricht und nichts hält oder ein Trend, der sich etabliert?

Ich halte es für einen Trend, denn ich hatte vorher noch nie etwas von Hypno Birthing gehört und die meisten meiner Freunde auch noch nicht.
Dann machte mich zu Beginn meiner Schwangerschaft eine Freundin darauf aufmerksam, die damals in London einen Hypnobirthing Kurs gemacht hat, als hier noch niemand davon sprach. Sie erzählte mir kurz worum es geht und ich kaufte mir sofort das Buch, da ich die Hoffnung hatte, dadurch etwas besser mit meinen Ängsten vor der Geburt umgehen zu können.

Dieses Buch soll das Original HypnoBirthing Buch sein und es gibt es zum Kurs dazu. Gelesen habe ich allerdings ein anderes, dass ich mir zuvor schon besorgt hatte.

 

Sicherlich wird es derzeit auch ein wenig gehyped, aber ich halte es für einen sehr guten Trend, der sich auf alte Werte, Traditionen und Rituale zurückbesinnt. Die Autoren der Hypno Birthing Bücher begründen diese Techniken darauf, wie eine natürliche Geburt einmal war und wie auch Tiere gebären. Heute sind Geburten eher entnaturalisiert, ein Kaiserschnitt ist schnell gemacht und der Frau wird suggeriert, dass sie damit besser dran ist.
Oder man kommt in die Klinik und es wird über einen hinweg bestimmt, was gemacht wird. PDA hier, auf den Bauch geschmissen dort. Keine Frage nachdem was man will oder nicht will. Manche Kliniken sind da schon etwas weiter, das stimmt, aber eine gute Vorbereitung und zu wissen, was man will oder nicht will als Gebärende, ist mir zumindest super wichtig.

Schließlich soll die Geburt des Kindes etwas Wundervolles sein, an das man sich gerne zurück erinnert.

Was ist Hypnobirthing?

Begründet wird das Hypnobirthing von Dr. Grantly Dick-Read.
Die Theorie besagt, dass Angst = Anspannung und Anspannung = Schmerz verursacht. Weiterentwickelt wurde die Methode von Marie Mongan.
Im Groben geht es um Atem- und Entspannungstechniken, die dir helfen, dein Baby sanft zur Welt zu bringen.
Stell dir zum Beispiel vor, du machst die Stirn kraus und dein Kiefer ist angespannt, dann merkst du, dass du dein Becken und Unterleib nicht gleichzeitig entspannen kannst.

Buch Hypnobirthing von B.Heinkel und J.Kornetzky

Dieses Buch habe ich gelesen

Als eine andere Freundin mir erzählte, dass sie sich gewünscht hätte bei der ersten Geburt schon von Hypno Birthing gewusst zu haben, weil sie damit das zweite Kind schmerzfrei auf die Welt gebracht hatte, war ich ungläubig, aber auch neugierig und suchte mir einen Hyno Birthing Kurs in Berlin.

Eine selbstbestimmte Geburt

Beim Hypnobirthing geht es darum, eine natürliche Geburt, ohne Stress und mit möglichst wenig bis gar keinen Schmerzen zu haben. Selbstbestimmt durch die Geburt zu gehen, mit dem Kind und dem Partner als Team zu arbeiten. Dabei werden dem Partner einige Techniken mit an die Hand gegeben, wie er dir hilft, in den Wellen*-Pausen zu deiner Entspannung zu finden. Ebenso werden natürlich auch der werdenden Mutter viele Entspannungstechniken vermittelt, mit Hilfe derer sie richtig atmet und mit denen sie zwischen den Wellen entspannen kann.

Der Kurs, den ich im Geburtshaus Treptow mache (und empfehlen kann) ist gleichzeitig auch ein bisschen Geburtsvorbereitung. Vorher hatte ich mich nämlich noch nicht wirklich mit der Geburt auseinander gesetzt.

Das erste, was wir in der Gruppe mit 4 anderen netten Paaren lernen: Wehen heißen im Hypno Birthing Wellen. Da das Wort Wehe schon Schmerzen suggerieren. Anstatt dessen werden Wehen Wellen genannt und man soll sich eher vorstellen, dass man die Welle begrüßt und vielleicht auch auf surft, bis sie wieder vergeht.

Die kommenden Stunden im Kurs sind einerseits immer etwas aufreibend für mich und zunächst alles andere als beruhigend, weil es so viel ist, was man verarbeiten muss, aber in der Nachwirkung ca. 1-2 Tage später, beruhigt mich das Wissen und die Bilder, die ich mir im Kurs aneigne. Manchmal verschließt man ja aus Angst und Überforderung die Augen. Ab und an, ist es gar nicht so blöd, die Augen zu öffnen und der Angst ins Auge zu sehen.

Mir hilft es nämlich tatsächlich, über einige Dinge bescheid zu wissen und aufgeklärt zu sein.
Selbst darüber entscheiden zu könne, was ich für mich und mein Kind bei der Geburt möchte oder nicht. Klar, viele Entscheidungen fallen mir wirklich schwer, aber die sollte einem keiner abnehmen. Und Optionen zu kennen, finde ich immer gut.

Ich weiß zum Beispiel, dass ich keinen Smoothie aus meiner Plazenta haben möchte. Auf überhaupt gar keinen Fall.
Was ich noch nicht weiß ist, ob wir die Nabelschnur auspulsieren lassen oder ob es besser ist Globuli (an die ich eigentlich nicht glaube) daraus herstellen zu lassen oder ob wir sogar Stammzellen entnehmen lassen sollen.

Am Ende eines Kurstages macht man meist eine Entspannungs- bzw. Tranceübung, die man natürlich zu hause öfter üben soll und muss, damit sich diese in dir verankern und du sie bei der Geburt abrufen kannst. Du kannst ja mal in die Regenbogen-Entspannung (unten) rein hören und schauen, ob das was für dich ist. Mein Mann macht immer mit und auch ohne Baby im Bauch und ohne Gebärmutter ist es für ihn sehr entspannend.

Hier ein paar Geburtserlebnisse

Horror-Geschichten

Geschichten von anderen über ihre Geburten oder über Geburten von denen sie gehört haben sind tabu. Hier sollen wir direkt abblocken und sagen, dass wir das nicht hören möchten. Auch das ist für mich ein guter Hinweis. Man muss sich nichts aus Höflichkeit anhören, was einen selbst nur noch nervöser macht. Schließlich ist die Schwangerschaft schon eine aufregende Zeit und je mehr es auf die Geburt zu geht, desto angespannter ist man sowieso. Also auch hier ist Entspannung angesagt und einfach Augen und Ohren zu. Anstatt dessen schaut man sich schöne Videos von Geburten an.

Geburtsvideos

Apropos, noch nie zuvor habe ich eine echte Geburt gesehen. Weder als Video noch in der Realität und ich war mir auch nicht sicher, ob ich das wollte. Naja, im Kurs gab es dann ab und zu ein Video zu sehen. Zunächst war das super befremdlich für mich und ich konnte nicht in jeder Sekunde hinschauen. Aber am Ende kamen mir immer die Tränen vor Rührung. Hier haben wir tatsächlich gesehen, dass eine Geburt ganz ruhig und fast ohne oder sogar gänzlich ohne, sogar orgasmisch stattfinden kann.
Vom den Filmen war ich abends immer sehr aufgewühlt. Jedoch haben sie mich im Nachhinein wirklich beruhigt. Eine Geburt kann und sollte einfach schön sein.

Affirmationen gegen Angst

Auch gegen die Angst kann man etwas tun. Hier werden einem im Hypno Birthing verschiedene Methoden und Affirmationen beigebracht, wie du die Angst in den Griff bekommst. Hier muss ich allerdings noch fleißig üben.

 

So kann der Partner helfen – Teamwork

Die Partnerübungen haben uns sehr geholfen und uns in der Schwangerschaft näher zusammen gebracht. Es ist so schön zu wissen, dass mein Mann mir während der Geburt so gut helfen kann, mit dabei ist und ach wesentlicher Bestandteil dessen ist. Viel besser, als nur dabei zu sitzen und nicht zu wissen, wie man der Frau helfen kann. Er weiß nun auch bescheid, was ich brauche, was er machen kann, was ich mag und das er bestimmte Dinge einfach in die Hand nehmen muss, wenn ich dazu nicht fähig bin.
Zudem

Zudem ist es denke ich wichtig, den Mann in seiner Rolle zu stärken. Das er weiß, dass man unter einer Geburt gegebenenfalls anders reagiert, als er erwartet und dass das total ok ist und er das nicht persönlich nehmen muss. Andersherum, dass der Mann weiß, dass es komplett fine ist, wenn er mal eine Auszeit braucht. Das es komplett in Ordnung ist, wenn er mal an die frische Luft oder etwas essen muss.

Fazit

Man muss ja immer aufpassen, Dinge nicht zu glorifizieren und nicht nur eine Seite zu kennen. Ich denke, dass man sich da beste aus allen Welten holen sollte. Entspannung bei der Geburt ist sicherlich zuträglich, dennoch glaube ich nicht an eine schmerzfreie Geburt und denke auch, dass Tönen oder auch Schreien befreiend wirken kann. Das Angst und Anspannung völlig normal und fast nicht vermeidbar sind und das das auch ok ist.
Wie ist es bei euch? Habt ihr mit Hilfe der HypnoBirthing Methode euer Kind zur Welt gebracht? Wenn ja, wie war das?

 

 

Alles Liebe,

eure Dnice

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