Mode

Berlin Modemetropole?

18. September 2014
Lavera Showroom

Geht in Berlin bald das Fashion-Licht aus?

Schon alles vorbei?

Überall ist vom Aufstieg und Fall Berlins als die neue / alte Modemetropole zu hören und zu lesen. Aber was ist denn Berlin jetzt nun?

Wird es gerade, kommt es noch oder ist es schon vorbei?

Ich kann mich erinnern, als ich noch in Mitte gearbeitet habe, da gab es Stores wie EASTBERLIN, die in den 80er/90ern hier die Modeszene mitbegründet haben. Gerade werden all diese aus Habgier der Vermieter vernichtet. Lieber hat man Shops von großen Ketten, die es überall gibt und die mehr Profit bringen. Geschützt wird hier gar nichts, auf eine bunte Mischung mag man auch nicht achten. So ziehen die Kreativen von Kiez zu Kiez und bringen vom einen den Aufschwung in den nächsten Kiez, machen ihn hip und angesagt, bis dann die Profitgeilheit alles wieder zerstört und man wieder weiterziehen muss. Oder man gibt halt auf.
Am Anfang, als ich nach Berlin kam, fand ich mein persönliches Mode- und Shoppingparadies vor. Mit Dingen, die niemand sonst hatte. Und jetzt? Zara, Mango, H&M, Seven, Other Stories etc. Läden, die man sonst wo auch überall finden kann. Längst wurden wir von anderen Städten überholt. Die Fashion Week lockt kaum noch jemanden hinterm Ofen hervor, weils einfach auch ziemlich langweilig ist, ausgenommen Shows von einigen Designern, die sich treu geblieben sind, wie zum Beispiel Esther Perbandt.

EstherPerbandt_Finale_denisehahn

Fashion Show Esther Perbandt Fashion Week

Was ist Hip?

Hip ist man mittlerweile überall. Kann ich einen Teenie aus Berlin oder Bochum noch unterscheiden?

Allerdings ist hier immer noch viel zu holen, die Energie und die Inspiration ist der Stadt noch nicht ganz verloren gegangen. Wo die Sanierung noch nicht die Kreativität platt gemacht hat, gibt es immer noch viele junge Designer, die sich ihre Nische suchen. Nicht umsonst locken die vielen renommierten Mode Hochschulen immer weiter begabte und inspirierte Menschen nach Berlin. Wir sollten versuchen, sie hier zuhalten. Weiterhin bieten die Modemessen Bread & Butter, Premium, Green Showroom, Panoroama etc. ebenfalls jedes Jahr aufs Neue einen großen Besuchermagneten. Doch wohin geht´s mit Berlin als Modestadt ?

Ich habe das Gefühl, dass sich in Zukunft immer mehr um fair produzierte und vegane Mode drehen wird. Man hat das Gefühl, ohne arrogant wirken zu wollen, dass eine vegetarisch-vegane Eco Bewegung in Berlin gestartet ist und immer größere Kreise zieht. So war der Green Showroom bei den letzten beiden Fashion Weeks ein absolutes Highlight für mich. Labels wie Katharina Kaiser, Uma San, Esther Perbandt etc. setzen erfolgreich auf ökologisch produzierte Mode, ohne altbacken und öko zu wirken, was auch in diesem Artikel beschrieben wird.

Ich bin gespannt, wo die Reise hingeht, freue mich aber über so eine bewusste Bewegung, die sich nicht nur in der Mode zu verankern scheint. Am Wochenende hat der erste verpackungsfreie Supermarkt in Berlin eröffnet, der via Crowdfunding anstatt der viel kleineren gewünschten Summe, direkt 100.000€ zusammen bekommen hat und nun in allen Medien präsent ist. Ich finde, dass ist eine schöne Richtung, die wir einschlagen und ich hoffe, dass es in Berlin so weiter geht. Vielleicht strengen sich die alteingesessenen, bekannten Brands auch mal wieder ein bisschen mehr an und
begeistern uns mal wieder.

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1 Comment

  • Reply Berlin Modemetropole? | Placedelamode 20. September 2014 at 3:07

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