Beton – hart aber sexy

Wer ein Haus baut und nicht Geld wie Heu unter dem Kopfkissen liegen hat, kann einiges sparen, in dem er es selbst macht.

Nachdem wir einige Angebote für unsere Terrassen und Stufen vor der Haustür eingeholt hatten, war klar, das Geld können wir woanders besser anlegen.

Also verbrachten wir etwas Zeit, mit Youtube-Tutorials und den-Papa-mit-Fragen-löchern, bis wir einen Plan und eine Einkaufsliste für unsere DIY-Betonstufen zusammen hatten.

Was du für eine kleine und eine große Stufe benötigst
(Maße 1,90 m x 1,00 m x 0,20 m und 1,30 m x 0,70 m x 0,15 m)

  • 36 Säcke Trocken-/Fertig-Beton a 30 Kg
  • Bauholz für die Schalung
  • Schotter zum Auffüllen
  • Zuber oder großer Eimer und Wasser zum Anrühren
  • Baufolie
  • Styropor zum Schutz der Mauer
  • schwerer Hammer
  • Schrauben
  • Bohrmaschine
  • Säge (oder du lässt dir das Holz direkt bei Hellweg oder einem anderen Baumarkt zuschneiden)

Aller Anfang ist schwer

Das ist nicht leugnen. Aber es mach auch einen Heidenspaß, etwas selbst zu erschaffen und hinterher ein tolles Ergebnis zu sehen und dabei auch noch Geld zu sparen. Immer daran denken, dass du für dich selbst etwas machst, was du mit deinen eigenen Händen baust. Dann wird es leichter.

Schritt 1 – Boden leveln

Der Boden, auf den du die Stufe setzen möchtest, muss so gerade wie möglich sein.
Dann muss der Boden festgestampft werden. Hier habe ich mir mit einem Baumstumpf beholfen. Du kannst das aber natürlich auch mit professionellem Gerät machen (z.B. einem Rüttler oder Handstampfer).
Dann säge dir den Rahmen in die gewünschte Größe und schraube ihn fest zusammen. Ich habe ihn außen mit etwas Sand und Erde befestigt und verdichtet. Zwischen Schalung und Hauswand habe ich zum Schutz Styropor geklebt. Vor allem zwischen Holzteilen und dem Beton sollte mindestens 1 cm dickes Styropor sein, auch damit später kein Regenwasser ins Holz zieht (Kapillarwasser).

Beton-Podest für Eingangstüre bauen

Schritt 2 – Schrott, Steine & Baufolie

Unten kommt die Baufolie rein – die soll eigentlich nur dafür sorgen, dass beim Gießen des Beton nichts unkontrolliert wegläuft. Nun habe ich Steine zusammengesucht (das müssen nicht so große sein, die lagen aber gerade herum) und mit einem Abstand von 20 cm zur Schalung auf die Folie gelegt. 20 cm damit man einen stabilen Betonring um die Schrottfüllung hat. So hat man im unteren Bereich dann quasi ein Streifenfundament. Wir sparen damit Geld, Zeit und Kraft, denn Beton anzumischen ist anstrengend.
Achtung: Schau, dass der Beton noch dazwischen fließen kann und sie nicht zu dicht liegen. Später müssen wir durch stochern (z.B. mit einem Holzstock) im flüssigen Beton noch alle Luftblasen rauskriegen.

Um den Schwierigkeitsgrad zu erhöhen habe ich noch ein Abflußrohr eingebaut, dass hinterher vom Trittgitter in der oberen Stufe das Wasser ableitet.

Tipp: die Schalung mit Sonnenblumenöl einreiben, damit sie sich hinterher leichter lösen lässt. Alle Arbeitsgeräte und auch die Steine / den Schotter vorher anfeuchten, damit diese nicht direkt die Feuchtigkeit aus dem Beton ziehen.

Schritt 3 – Beton anrühren

Nun wird der Beton wie auf der Verpackung beschrieben angerührt. Nimm am besten einen billigen Kunstoffzuber und eine normale Bauschaufel. Fange erstmal mit einem Sack Beton an. Wenn du das einigermaßen komfortabel anrühren kannst versuche beim nächsten Mal zwei Säcke. Am besten du stellst dir dazu den Zuber in die Mitte der Stufe, dann musst du den Beton nur auskippen und nicht über die Schalung heben –> nicht zu schwer heben bitte und dir ggf Hilfe holen!

Hier ist es wichtig, dass du mit einem Holzstab oder Moniereisen o.ä. nochmal durchstocherst, damit sich alles gut verteilt und Luftblasen hinausgehen.

Schritt 4 – Glätten

Hat deine Stufe die gewünschte Höhe erreicht, wird der Beton noch geglättet. Und du musst schauen, ob alles gerade ist. Dafür ziehe ich eine lange Holzlatte wie eine Säge (im Zigzack) über die Stufe. Das kann man alleine machen, einfacher geht es zu zweit.

Schritt 5 – Finale Nachglätten und …

Nach ca. 4-5 Stunden ist der Beton angezogen. Um die Oberfläche schön und rutschfest zu bekommen solltest du jetzt nochmal mit einem angefeuchteten, glatten Styropor-Stück in kreisenden Bewegungen und ohne viel Druck darübergehen. Wenn sich Kiesel aus dem Beton lösen – stopp! Nochmal 1-2 Stunden warten. Dann wieder versuchen. So bekommt man eine leicht raue, aber gleichmäßige Betonoberfläche.

Stufe No.2

Für die zweite Stufe verfährst du im Prinzip wie bei der Ersten. Eine Folie musst du nicht mehr unterlegen.

Beton-Podest für Eingangstüre bauen

Auch hier wieder nach Steinen und sonstigem festen Schrott suchen um Geldbeutel und Muskeln zu schonen. Wand und andere Bauelemente (wie Türen) wieder schön durch handmodellierten Styro schützen. Die Farbe des Klebebands ist egal, neongrün sieht aber super aus ;).

Beton-Podest für Eingangstüre bauen

Damit es den Fußabstreiferkasten nicht wie ein Boot im flüssigen Betonmeer hochdrückt, muss du den Kasten temporär mit einem breiten und Brett fixieren, wie auf dem Foto.

Beton-Podest für Eingangstüre bauen

Zum Abziehen mit einer Latte (siehe oben) muss das Fixierbrett natürlich weg. Vorher bitte sichergehen, dass der Beton soweit angezogen hat, dass er den Kasten hält. Den Kasten während des Arbeitens immer wieder grob von Betonspuren säubern, damit man am Schluss nicht so viel schrubben muss.

Beton-Podest für Eingangstüre bauen

Und Zack, nach jeweils einem Tag sind die Betonstufen begehbar und du hast dir mal eben eine Top-Treppe vor die Haustüre gezimmert.

Beton-Podest für Eingangstüre bauen

Tadaaa

Immer noch Baustelle, aber stolze Besitzerin einer Treppe vor der Tür ;-)

Und weil es ja immer noch ein Fashion-Blog ist:
Regenschirm – no name
Jacke – Burberry
Hose – DL Jeans
Schuhe – Adidas
Strickpulli – Odeeh

Diese Sachen hatte ich natürlich nicht beim Bau der Treppe an.